Nicht nur mit meiner Gastfamilie machte ich bereits viele Ausflüge, auch das Comox Valley International Student Program organisiert regelmäßige Trips mit zahlreichen Aktivitäten, darunter auch Cave Diving in den Horne Lake Caves gegen Ende Oktober. Die Preise dabei sind durch die hohe Personenanzahl oft etwas günstiger und ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass man alles zusammen mit seinen Freunden erleben kann. Carolina, sie müsstet ihr ja schon von dem Artikel meiner Anreise kennen, und ihre mexikanische Gastschwester Alejandra waren auch dabei und sie werdet ihr auch auf dem folgenden Foto sehen.
Ich hatte mir vorher im Internet angeschaut, wie das Ganze aussieht und wie eng es vor Ort wirklich sein würde, damit ich einigermaßen vorbereitet bin, doch meine Erwartungen haben sich als etwas anders herausgestellt. Was genau ich damit meine, werdet ihr in diesem Artikel erfahren.
Vorbereitung & Gruppenaufteilung vor Ort
Bevor wir von unserem Bus von der Schule abgeholt wurden, mussten wir noch am Unterricht teilnehmen. Uns wurde bereits vor dem Trip geraten sich wettergemäß anzuziehen. Da ich aber nicht mit meiner ganzen Ausrüstung in der Schule herumlaufen wollte, hatte ich dann eine Regenhose von meinem Gastvater, Handschuhe und eine Mütze in meinem Rucksack. Ich meine, es reichte ja schon, dass ich mit Sommertop, T-Shirt, Hoodie und Jacke, sowie einer Sporthose und darüber einer Jeans und Wanderschuhen meiner Gastmutter zwei Stunden im Unterricht saß…

Nach einer sehr holprigen Fahrt durch den Wald und am Horne Lake vorbei, kamen wir am Camp an. Dort wurden wir dann in drei Gruppen mit je etwa zwölf Schüler*innen aufgeteilt und bekamen pro Gruppe einen Tourguide zugewiesen. Dieser gab uns allen einen Helm inklusive Stirnlampen und erklärte, was in den Höhlen zu beachten ist. Ich zog an dieser Stelle dann meine dritte Hose drüber, welche glücklicherweise auch Reißverschlüsse für die Hosentaschen hatte, was sich später als sehr vorteilhaft herausstellte.
Wir traten also unseren Weg durch den Wald in Richtung Höhle Nummer eins an.





Der Fluss, der teilweise auch durch die Höhlen verlief 
1. Höhle
Unsere Gruppe begann dann mit der kürzesten, aber dafür schwersten Höhle, in der man auch am nassesten wird. Dass diese die größte Herausforderung war, ließ uns unser Guide allerdings erst wissen, als wir bereits bis ganz in die Höhle hinein gegangen sind und dann wieder draußen waren. Vermutlich tat er das, um uns nicht abzuschrecken.
Ich hoffe ihr könnt im Video einigermaßen etwas erkennen, ich bin natürlich an den engsten Stellen nicht das Risiko eingegangen mein Handy aus der Hosentasche zu holen. Insbesondere nicht, weil am Boden der Fluss lang floss und man an einigen Stellen sogar keine andere Wahl hatte als ins Wasser zu treten. Da ging es mir schon etwas besser mit den Wanderschuhen als einem Spanier, der sich dann mit nagelneuen Nike Jordans in der Höhle befand.
Bei der ersten Höhle ging es etwa 40 Meter durch, dann war man in einer Sackgasse angekommen. Dort forderte uns der Tourguide auf unsere Stirnlampen auszuschalten, was wir dann auch alle taten. Er wollte uns nämlich ein Lichtspektakel in einem der Felsen zeigen und hielt eine UV-Lampe dagegen. Kurze Zeit später, konnte man dann ein kurzes Aufleuchten der Höhlenwand erkennen, welches, soweit ich es verstanden habe, durch einen Pilz zustande kommt.
Ein paar Minuten später traten wir wieder den Rückweg an, es hieß also wieder ducken und durch die engen Felsspalten hindurch krabbeln, dabei versuchen möglichst nicht nass zu werden.
2. Höhle
Weiter ging es in der zweiten Höhle, welche etwas höher gelegen und somit weiter vom Fluss entfernt war. Dementsprechend wurden wir auch nicht allzu nass, aber wie ihr im nächsten Video sehen könnt, musste man doch den ein oder anderen kleinen Wasserfall beachten.
Wer wollte, hatte dann noch die Möglichkeit einen etwas steileren Pfad hoch zu klettern und dann später eine Metallrutsche hinunter zu rutschen. Meine Freundinnen Carolina und Alejandra waren nicht ganz so glücklich über den ganzen Ausflug, ich nehme an sie hatten es sich etwas anders und nicht so eng vorgestellt. Mir ging es genauso, jedoch wollte ich über meine Grenzen hinausgehen und kletterte dann auch den extra Pfad Richtung Rutsche entlang.
Auch bei dieser Höhle mussten wir später wieder den Weg entlang gehen, den wir gekommen waren und konnten nicht an einem anderen Ende herausgehen. Unterwegs trafen wir sogar noch eine der anderen Gruppen, was mir irgendwie nicht ganz so lieb war, denn mehr Leute heißt natürlich gleichzeitig auch noch weniger Platz, geschafft haben wir es aber trotzdem!
3. Höhle
Diese Höhle war etwas weiter abgelegen von den anderen, somit mussten wir erst mal 1,8km durch den Wald laufen, um überhaupt am Höhleneingang anzukommen. Ich persönlich fand es am wenigsten angsteinflößend, denn wie ihr sehen könnt streckten sich die Felswände sehr in die Höhe und dort konnte man zahlreiche Stalaktiten entdecken.
Ein weiterer Vorteil der hohen Decken war zusätzlich die größere Entfernung zu den Cave Crickets, welche ich bereits in der ersten Höhle entdeckt habe. Die Insekten gehören zu der Ordnung Langfühlerschrecken, ihr könnt sie euch wie eine Mischung aus einer Spinne und einem Grashüpfer vorstellen und ich erspare euch mal die Fotos von ihnen. Um ehrlich zu sein, habe ich auch selber versucht nicht zu oft an die Decke zu schauen, denn ich bin kein großer Fan von Spinnen und ekele mich ziemlich.
In dieser Höhle verbrachte unsere Gruppe nicht allzu viel Zeit, denn unsere Tour neigte sich bereits dem Ende zu und wir mussten zurück zum Camp. Unsere Gruppe war übrigens die einzige, welche alle drei Höhlen besichtigte, worüber ich persönlich auch sehr froh war!
Feedback
Auch wenn ich etwas anderes erwartet und mir die Innenräume definitiv nicht so nass und eng vorgestellt hatte, riss ich mich zusammen und überwund meine Angst. Ich denke, es war sogar noch eine größere Herausforderung mit der schwersten Höhle zu starten und ich kann definitiv verstehen, wenn einem der ganze Trip nicht so gut gefallen hat, denn die Enge ist sicherlich nicht für jeden etwas. Doch wenn man auf Abenteuer steht und mal etwas ganz anderes ausprobieren möchte, dann würde ich solch eine Tour auf jeden Fall empfehlen.
Es gibt natürlich auch unterschiedliche Möglichkeiten und selbst wenn man sich die etwas schweren Höhlen nicht zutraut, würde ich empfehlen zumindest eine etwas geräumigere Höhle zu besichtigen, denn es war wirklich super interessant und man wächst definitiv über sich hinaus. Das ging nämlich nicht nur mir so, auch die anderen Gruppenmitglieder sind in jede Höhle bis zum Ende mit hinein gegangen, was mich sehr positiv überrascht hat und ich denke, dass jeder stolz auf seine eignen Überwindungen an diesen Tag sein kann!







