Typisch Kanada

Remembrance Day – Lest we forget

Seit 1931 gibt es in Kanada den sogenannten Remembrance Day (= Gedenktag oder Volkstrauertag). Er wird jedes Jahr am 11. November durch Zeremonien, Schweigeminuten oder Gedenkreden gefeiert. Welche Geschichte sich hinter diesem Tag verbirgt und welchen Hintergrund die sogenannten roten „Poppies“ im folgenden Bild haben, das werde ich euch nun erklären.

Woher kommt die Tradition?

Der Remembrance Day wurde zum ersten Mal 1919 zelebriert, damals aber noch unter dem Namen „Armistice Day“ (= Tag des Waffenstillstandes). Die Intention dahinter war das Erinnern an das Waffenstillstandabkommen des ersten Weltkrieges, welches am 11. November 1918 um 11 Uhr morgens beschlossen wurde.

Zwischen 1921 und 1930 wurde der Feiertag immer am Montag der Woche, auf die der 11. November fiel, gefeiert. Daraufhin stellte der Parlamentsabgeordnete Alan Neill einen Gesetzesentwurf vor, welcher festhielt, dass der Waffenstillstandtag von nun an nur noch am 11.11. selbst arrangiert werden sollte. Zudem wurde der Name zum Heutigen geändert.

An wen wird erinnert?

Wie ihr es euch nach der vorherigen Beschreibung vermutlich schon denken könnt, werden alle gefallenen Soldaten am Remembrance Day geehrt. Dies betrifft insbesondere die des ersten Weltkrieges auf Grund der Hintergrundsgeschichte des Feiertages. Auch wird den heutigen Militärmitgliedern für ihren Dienst gedankt und natürlich widmet sich der Tag jeden weiteren Soldaten, welche für ihr Land in den Krieg zogen. Besonders häufig liest man übrigens den Spruch „Lest we forget“ (= „Damit wir nicht vergessen), wenn es um den Remembrance Day geht.

Was haben die Poppies zu bedeuten?

Die roten künstlichen Blumen, welche sowohl in Schulen, als auch in Geschäften oder bei den Zeremonien in Form von Anstecknadeln verteilt werden, sollen an die Opfer der Kriege erinnern. Sie haben allerdings noch eine zweite Bedeutung, denn vom Aussehen gleichen sie den Blumen, welche nach dem Ende des ersten Weltkriegs auf vielen der Schlachtfelder wuchsen. Oft wird nach dem Erhalt einer Poppie auch eine kleine Menge Geld gespendet, welches dann für ehemalige Veteranen oder den Familien von Kriegsopfern zur Verfügung steht.

Wie sieht es mit ähnlichen Feiertagen in anderen Ländern aus?

In Deutschland gibt es zwar einen Feiertag mit derselben Intention, der Volkstrauertag, welcher jedes Jahr zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag stattfindet. In 2021 war dies der 14.11., dieses Jahr fällt der Tag auf den 15.11. Ich muss zugeben, mir war vorher nicht wirklich bewusst, wann sich der deutsche Volkstrauertag abspielt, da ich persönlich auch nie groß davon mitbekam, sei es durch Zeremonien oder ähnliches. 

In Amerika hieß der Feiertag bis 1954 ebenfalls „Armistice Day“, doch dieser änderte sich dann zu „Veterans Day“, denn der 83. US-Kongress sah das Wort Armistice (Waffenstillstand) als nicht mehr allzu angemessen und änderte es deshalb zu Veteranen.

Genau wie in Kanada gibt es den Remembrance Day am 11.11. unter anderem auch im Vereinigten Königreich, Australien, Frankreich, Belgien und Polen.

Was habe ich hier vor Ort miterlebt?

Da der 11. November in 2021 auf einen Donnerstag fiel und hier in British Columbia als ein gesetzlicher Feiertag gilt, fiel die Schule aus. Am Mittwoch ging ich aber ganz normal zur Schule, hatte allerdings in den ersten beiden Stunden nur verkürzt Unterricht. Der Grund dafür war die Zeremonie, welche direkt vor der Lunch Break in der Sporthalle mit der ganzen Schule abgehalten wurde. Es wurde ein Video abgespielt, bei der die Bedeutung des Tages nochmal erklärt wurde. Außerdem besuchten uns fünf junge Militärmitglieder und eine Dudelsackspielerin. Die kanadische Hymne wurde, wie auch am Terry Fox Day, gespielt und zuletzt gab es eine Schweigeminute. 

Am eigentlichen Feiertag fuhren meine Gastfamilie und ich nach Comox, um dort gegen elf Uhr an einer weiteren Zeremonie teilzunehmen. Diese lief ähnlich ab wie die in der Schule, nur dass es statt einem Video eine längere Gedenkrede gab. Besonders für meine Gasteltern war der Tag besonders, denn beide arbeiten beim Militär und waren dementsprechend auch in ihren festlicheren Uniformen gekleidet.

Quellen, bei denen ihr nochmal genauer nachlesen könnt

(2) Kommentare

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