Gerade einmal 10km von unserem Haus in Courtenay entfernt befindet sich der Seal Bay Nature Park (= Naturpark der Robbenbucht). Hier sind sowohl beeindruckende Wälder als auch Meer und Steinstrand vorzufinden. Wie unser Ausflug dorthin abgelaufen ist, was die Geschichte hinter dem Naturpark ist und ob wir letztendlich wirklich Seerobben gesehen haben, das erfahrt ihr in diesem Artikel!
Was hat uns hierher verleitet?
Da meine Gastfamilie noch nicht allzu lange auf Vancouver Island wohnt, um genau zu sein gerade einmal ein einhalb Jahre, kennen sie natürlich auch noch nicht alles, was es hier in der Umgebung zu sehen gibt. Zumal es meiner Meinung nach sowieso sehr erstaunlich ist, wie viel Abwechslung die Natur und die Sehenswürdigkeiten bieten, ohne dass man eine sehr lange Anreise auf sich nehmen muss.
Jedenfalls hatte sich meine Gastmutter nach einem nicht allzu weit entfernten Ziel erkundigt, an dem meine Gastschwester Carolyn, sie und ich eine Wanderung unternehmen können. Wobei, ich glaube wir sollten es besser einen „Spaziergang“ nennen 😉
Am Parkplatz angekommen erwarteten uns nur wenige andere Menschen, der Grund dafür war vermutlich das leider etwas bewölkte Wetter. Andererseits war es dafür noch naturbelassener und ruhiger als der Ort sowieso schon ist und wir hatten quasi alle Waldpfade für uns alleine.
Der Weg zum Wasser
Es ging dann los in Richtung Meer, die Auswahl bestand zwischen zwei verschiedenen Pfadwegen. Wir entschieden uns jedoch wegen Carolyn für den etwas Kürzeren, welcher aber trotzdem insgesamt ca. 3,5km lang war.
Der Hinweg zum Wasser war größtenteils flach und wie ihr sehen könnt von sehr hohen Bäumen umringt. Gegen Ende hin ging es dann aber noch einen relativ steilen Weg hinunter, bis man dann am Wasser angekommen war.
Aufenthalt am Wasser
Nach einer kurzen Pause auf einem großen Stück Treibholz am Ufer als Sitzgelegenheit und einem kleinen Snack erkundeten wir dann den Strand. Wie man auf der Website vom Seal Bay Nature Park auch nachlesen kann, ist die Strecke zwischen dem einen und dem anderen Bucht Ende etwa 1km lang, wir gingen allerdings nicht komplett bis ans andere Ende, sondern bogen irgendwann bei dem Schild von unserem Pfad wieder links in den Wald ab.
Auf halber Strecke entdeckten wir durch Zufall eine Art Schaukel unter einem der Bäume am Ufer, darüber freute sich offensichtlich besonders Carolyn. Fotos habe ich natürlich auch gemacht, auch ein Stück weiter, als wir nochmal näher am Wasser waren.
Seerobben ?
Und tatsächlich nach einer kurzen Beobachtung des Wassers bekamen wir, wie es auch die Internetseite beschrieben hatte, Seerobben zu Gesicht. Wenn man Glück hat, dann kann man eventuell sogar Wale entdecken, diese haben wir allerdings nicht gesehen.
Natur pur
Wieder im Wald angekommen mussten wir uns nun etwas mehr anstrengen, denn es ging recht steil nach oben. So steil, dass die Pfade sogar alle mit Holzzäunen an der Seite bestückt waren. Vielleicht stellt ihr euch das Ganze jetzt etwas künstlich aussehend und nicht mehr allzu schön vor, doch ganz im Gegenteil, irgendwie passte das Holz und die verschiedenen Höhenlagen sehr gut zusammen und verschafften ein richtig abenteuerliches Gefühl. Gleichzeitig war der Wald und das Meeresrauschen im Hintergrund total entspannend und einfach wunderschön.
Die Geschichte hinter dem Park
Teile des Waldes wurden bereits zwei mal abgeholzt, erst in 1913 und dann erneut Anfang der 1920er Jahre. Einige der Wanderwege dienten früher als Schienen- oder Holzfällerpfade und wurden früher zum Transport von Baumstämmen verwendet. Ein japanisches Lager und Sägewerk gab es außerdem am Steinstrand der Bucht.
Ursprünglich wurde das Gebiet Soldaten des ersten Weltkriegs angeboten, um dort ein Siedlungsgebiet zu errichten. Sie aber nahmen es nicht an und es wurde der Krone überlassen. Aufgrund von dem Einsatz der Provinzregierung ab 1971 entwickelte sich dann aus dem Gebiet der Seal Bay Nature Park, welcher über die Jahre auch erweitert wurde.
Ehemalig war es geplant, den Seal Bay Forest erneut abzuholzen, was aber wegen des Widerstands der Anwohner und dem Vorschlag es zum Nature Park aufzunehmen nicht durchgesetzt wurde.
Zudem liegt der Park auf einem nicht anerkannten traditionellen Bezirk der K‘ómoks First Nation und beherbergt viele natürliche und kulturelle Werte, die schon über Generationen hinweg eine große Bedeutung haben. Auch kamen die Ureinwohner in der Vergangenheit her, um Vorräte zu sammeln und während ihren Kanu Trips zu campen.
Sie gaben dem Gebiet den Namen Xwee Xwhya Luq (ausgesprochen: Zway Why Luck), was die folgende Bedeutung hat:
„Ein Ort, der Schönheit besitzt, Schönheit, die man nicht nur sehen, sondern auch fühlen kann.“ Dem kann ich nur so zustimmen und deshalb möchte ich den Artikel auch mit diesem Zitat beenden. Ich hoffe euch hat der kleine historische Einblick gefallen, für mehr Infos einfach auf den Link klicken!












