Nachdem es in meinem letzten Blog Artikel um die neue Schule generell ging, werde ich hier alle meine persönlichen Erfahrungen und besonders den ersten Tag in der Schule beschreiben. Am Ende verrate ich euch dann übrigens auch noch, in welchen vier Fächern ich denn jetzt im ersten Semester unterrichtet werde.
Übrigens, wenn ihr noch nichts über die G. P. Vanier Secondary School wisst, solltet ihr definitiv beim vorletzten Artikel vorbeischauen.
Ankunft in der Schule
Am Dienstag, den 07.09. war es dann soweit: erster Schultag für alle neuen Schüler*innen an der G. P. Vanier, dort gehörte ich also auch zu. Wie ihr bestimmt schon im letzten Artikel oder auf der Startseite gesehen habt, gibt es auch hier in Kanada die typischen gelben Schulbusse. Da allerdings keiner in meiner Nähe vorbei fährt, nehme ich täglich einen regulären Linienbus. Netterweise wurde ich auf meiner ersten Fahrt auch von meiner Gastschwester Peyton begleitet. Auch wenn für sie erst am Mittwoch die Schule begann, wollte sie mir trotzdem schon mal zeigen, wo ich ein- uns aussteigen muss und in der Schule dann noch etwas bezüglich ihrer eigenen Kursen abklären.
Nach einer ca. 30 minütigen Busfahrt kamen wir dann auch vor dem Comox Valley Sports Centre, welches direkt neben der Schule liegt, an. Ich muss allerdings dazu sagen, wir steigen mittlerweile immer etwas später ein, da unsere Haltestelle zwei mal auf der Route gekreuzt wird und wir somit einfach beim 2. Halt dort einsteigen.
Begrüßt wurden wir in der Sporthalle von der Schulleiterin Julie Shields und ihren drei Stellvertretern, sowie von den drei sogenannten Counselorn (= Vertrauenslehrer*innen / Berater*innen). Es befanden sich derweil etwa 300 Menschen inklusive Personal in der Sporthalle, darunter 92 Schüler*innen aus Ländern außerhalb von Kanada. Ich muss auch gestehen, ein bisschen ungewohnt war es (trotz Maske) schon, denn nach mehreren Lockdowns und Einschränkungen durch Corona fühlte es sich irgendwie fremd an unter so einer hohen Anzahl von Personen zu sein.

Suche nach dem Homeroom
Nach der ersten Versammlung und Begrüßung in der Sporthalle mussten wir alle unseren Namen in einer großen Liste auf dem Flur suchen, neben dem dann nämlich die Raumnummer für unseren Homeroom stand. An den meisten Highschools hier gibt es schließlich nur Kurse, von daher wurden wir alle für die erste Woche in Klassenräume eingeteilt, um jegliche organisatorische Informationen zu erhalten und zu klären. Da natürlich jeder nach seinem Namen suchte, könnt ihr euch ja vorstellen, was das für ein Chaos trotz alphabetischer Anordnung war.
Ich hatte meinen Namen dann aber recht schnell gefunden und machte mich mit noch drei weiteren Deutschen auf den Weg zum Raum. Dort angekommen erhielten wir unsere Stundenpläne, einen Bus-Pass für die Schulbusse (falls man doch mal auf den Schulbus angewiesen ist), unsere Spindnummer und den dazugehörigen Code. Kurz darauf machten wir dann mit dem Homeroom-Teacher einen Rundgang durch die Schule und wurden daraufhin in den ersten Unterricht geschickt.
Mein ursprünglicher Stundenplan
Trotz meiner Kursauswahl vorab in Deutschland, kam es doch dazu, dass sich Fächer auf meinen Stundenplan befanden, welche ich nicht gewählt hatte. Letztendlich hat sich noch etwas daran geändert, deshalb auch die Unterüberschrift des Absatzes, darauf gehe ich aber später nochmal ein.
| Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag |
|---|---|---|---|
| Health & Wellness, Digital Animations (A) | Science (C) | Culinary Arts (B) | Visual Arts (D) |
| Culinary Arts (B) | Visual Arts (D) | Health & Wellness, Digital Animations (A) | Science (C) |
| Science (C) | Health & Wellness, Digital Animations (A) | Visual Arts (D) | Culinary Arts (B) |
| Visual Arts (D) | Culinary Arts (B) | Science (C) | Health & Wellness, Digital Animations (A) |
Weiterer Tagesverlauf
Mein Homeroom Lehrer sagte uns, dass wir doch bitte der Stundenreihenfolge von Montag folgen sollten (A, B, C, D), auch wenn für den ersten Tag nur Kurzstunden angesagt waren. Also machte ich mich auf den Weg zu Health & Wellness: keiner da. Aufgrund der Tatsache, dass ich dort aber nicht die einzige Wartende war, ging ich davon aus, dass zwar irgendwas schief gelaufen ist, ich aber die restliche Zeit mit Warten verbringen würde. So war es dann auch, danach ging ich zur Cafeteria Küche für Culinary Arts und dort stand ich nicht auf der Kursliste. Also fragte ich nochmal nach, ob wir denn wirklich der Montagsreihenfolge folgen sollten und die Antwort war nein. So verpasste ich also meine erste Stunde Science und Kunst und hatte zwei mal Culinary Arts, denn eigentlich wurden die Fächer in der Dienstagsabfolge unterrichtet.
Kurswechsel
Wie bereits berichtet befanden sich Fächer auf meinen Stundenplan, die ich nicht gewählt hatte, deshalb ging ich am Mittwoch zu der Lehrerin, die sich eigentlich um die Kurswechsel kümmern sollte. Sie sagte mir aber, alle Kurse wären voll, wobei ich aber wusste, dass das nicht der Fall ist. Mein Wunsch war hier in Mathe zu unterrichtet werden, damit der Einstieg in Deutschland nicht so schwer wird. Sie sagte mir darauf, ich solle mich doch selber bei den Mathelehrern erkundigen, ob Platz in ihren Kursen frei ist, anstatt einfach in ihrem System nachzuschauen.
Da stand ich da also, in einer neuen Schule mit etwa 1.350 Schüler*innen, nicht mal eine Ahnung, wo sich die Mathe-Räume befanden. Ich hatte aber auf dem Stundenplan einer anderen Deutschen gesehen, dass sich in meinem C-Block (Science) ein Mathekurs befand. Ich ging also zu dem Lehrer, welcher glücklicherweise mein Homeroom Lehrer war und er sagte mir aber, dass dieser Mathekurs wahrscheinlich zu einfach ist, da es dort eher nur darum geht Grundkenntnisse zu lernen. Ich wurde zu anderen Mathelehren geschickt, welche mir dann aber nur einen Mathekurs für die 10. Klasse oder für sie 12. Klasse anbieten konnten. Das Problem hierbei war, der eine Kurs war zu einfach, der andere zu schwer und ein Mathe Kurs für die 11. Klasse gab es nicht im C-Block.
Daraufhin beschloss ich mich zu erkundigen, ob ich in einen Mathe 11er Kurs wechseln (im B-Block, ursprünglich Culinary Arts) und Culinary Arts in den C-Block anstelle von Science verschieben könnte. Laut den Lehrern sollte das auch möglich sein und somit ging ich mit diesem konkreten Vorschlag zu der Lehrerin, die mir vorher nicht wirklich bei den Umwahlen weitergeholfen hatte. Sie war anfangs skeptisch, weil ja „fast alle Kurse voll sind“, ich bat sie dann aber einfach auf ihrem Computer im System nachzuschauen und siehe da, alles klappte.
Da ich mir unter meinen Visual Arts (Malen und Zeichnen) Kurs irgendwie etwas ganz anderes vorgestellt hatte, versuchte ich hier auch nochmal eine Änderung vorzunehmen, auch wenn ich mir um ehrlich zu sein das Drama ersparen wollte, denn die Lehrerin war wie bereits beschrieben nicht sonderlich hilfsbereit. Ich fragte sie also einfach, welcher Kurs in dem D-Block noch Plätze frei hätte und sah zufällig Fotografie auf ihrem Bildschirm. Ich fragte also, ob sie dort mal nachschauen könnte und ja, der Kurs war auch noch nicht voll. Somit wechselte ich dort hinein und hier unten seht in dann zu guter letzt noch meinen neuen Stundenplan.
Mein aktuellen Stundenplan
| Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag |
|---|---|---|---|
| Health & Wellness, Digital Animations (A) | Culinary Arts (C) | Pre-Calculus (B) | Photography (D) |
| Pre-Calculus (B) | Photography (D) | Health & Wellness, Digital Animations (A) | Culinary Arts (C) |
| Culinary Arts (C) | Health & Wellness, Digital Animations (A) | Photography (D) | Pre-Calculus (B) |
| Photography (D) | Pre-Calculus (B) | Culinary Arts (C) | Health & Wellness, Digital Animations (A) |
Falls Fragen bei den Fächern aufkommen, hier eine kurze Definition zu allen vier / fünf:
Health & Wellness (1. Quartal): Untergruppen von Gesundheit (physische Gesundheit, soziale Gesundheit etc.)
Digital Animations (2. Quartal): Computer-/ Filmanimationen
Pre-Calculus: Mathematik (Fokus auf Graphen und Funktionen)
Culinary Arts: Kochen und Backen, Lunch Service in der Schul-Cafeteria
Photography: Digital Fotografie, Bearbeitungsskills
