Ausflüge

Vancouver – Wochenendtrip voller Erlebnisse

Ende Oktober ging es mit der ganzen Familie, also sprich Guy, Elizabeth, Carolyn und Peyton nach Vancouver zu Carol, der Mutter meiner Gastmutter. Wir befanden uns um genau zu sein in Chilliwack, was etwa 100km östlich von Vancouver liegt und etwa 83.000 Einwohner hat. Da die Anreise von Courtenay auf das Festland relativ zeitaufwendig ist und meine Familie Carol dementsprechend nicht allzu oft besucht, verweilten wir von etwa Freitag Abend bis Montag Nachmittag dort und Peyton und ich wurden einen Tag aus der Schule genommen.

Das ist hier in Kanada alles sehr viel lockerer geregelt, ein Freund von mir war beispielsweise eine Woche mit seiner Gastfamilie Campen und wurde ohne Probleme für fünf Schultage vom Unterricht befreit. Man muss dann nur eigenständig alles nacharbeiten, was in meinem Fall aber auch gar kein Problem war.

Unsere Anreise

Wie bereits erwähnt dauerte es eine ganze Weile, bis wir überhaupt in Chilliwack ankamen, denn auf dem Weg mussten wir auch auf verschiedene Transportmittel zurückgreifen. Nachdem Peyton und ich von der Schule am Freitag abgeholt wurden, ging es auf nach Nanaimo, wer sich erinnert weiß, dass ich dort nach meiner ebenfalls langen Anreise von Deutschland mit einem verspäteten Flugzeug gelandet bin. Falls ihr den Artikel übrigens noch nicht gelesen habt, dann schaut gerne vorbei und lest euch durch, wie „einwandfrei“ mein Weg bis hierher verlaufen ist…

Von Nanaimo aus nahmen wir die Fähre nach Vancouver, unterwegs regnete es leider, weshalb wir nicht die schönste Aussicht hatten, allerdings begann es aber auch schon langsam dunkel zu werden. Schließlich war es dann auch komplett dunkel, als wir nach etwa 90 Minuten ankamen. Nun mussten wir aber nochmal etwa ein einhalb Stunden bis nach Chilliwack fahren und kamen nach insgesamt etwa sechs Stunden Anreise gegen neun Uhr abends bei Carol in ihrem Appartement an. Wie jede Oma hatte sie natürlich auch schon Snacks bereit gestellt, doch allzu lang war der Abend dann nicht mehr, denn wir waren alle sehr müde und geschafft.

Samstag: English Tea Time

Nachdem wir alle gut ausgeschlafen waren, frühstückten wir zusammen und begrüßten Chris, den Bruder meiner Gastmutter Elizabeth. Am Nachmittag machten wir uns gemeinsam auf zu einem englischen Restaurant inklusive Museum, bei dem man eine traditionelle britische Tea Time erleben kann. Da Carol ursprünglich aus England kommt und das Restaurant eines ihrer liebsten ist, war das natürlich ein Muss! Jeder hatte die Möglichkeit seine eigene Teesorte auszusuchen, ich entschied mich für eine Apfelnote mit herbstlichen Gewürzen. Zudem gab es einige Kleinigkeiten als Mittagessen, von denen ich niemals gedacht hätte, dass sie mich so satt machen könnten. Obwohl jeder einen eigenen Aufsteller mit je drei Tellern bekam, sah das Essen nach nicht allzu großen Portionen aus.

Wir statteten dann selbstverständlich noch dem Museum einen Besuch ab, welches sich rund um die britische Königsfamilie, englische Traditionen und generell die Geschichte hinter dem Vereinigten Königreich drehte.

Das war aber noch nicht das Ende unseres Nachmittags, denn wir hatten noch einen Escape Room zum Thema Jungle bzw. dem Abenteuer Film Jumanji (welcher ebenfalls in einem Jungle spielt) gebucht. Hier eine kurze Erklärung, falls euch der Begriff „Escape Room“ nichts sagt: Escape bedeutet soviel wie „flüchten“ und das ist auch das Prinzip hinter dem Raum. Oft gibt es sogar mehrere Räume, welche dann mit Rätseln ausgelegt sind, die man in einer vorgegebenen Zeit lösen muss, um herauszufinden. Wenn man es nicht schafft, gibt es oft ein paar Minuten extra Zeit, um eventuell doch noch den Weg nach draußen zu finden, aber im Endeffekt zählt ja auch das Knobeln, Teamwork und der Spaß im Raum selbst mit der Gruppe von Leuten, die zusammen versuchen zu entfliehen.

Handys waren natürlich nicht erlaubt, denn einerseits hätten wir die Möglichkeit gehabt im Internet nach Hinweisen zu suchen oder Fotos von den Lösungen zu machen und es für die nächsten Besucher*innen zu ruinieren. Dementsprechend kann ich euch nur von unseren Erfahrungen beschreiben. Wir haben es auf jeden Fall geschafft und das sogar in etwa 45 Minuten (das Maximum wären 60 Minuten gewesen). Ich habe zwar bereits zwei mal an einem Geburtstag einen Escape Room besucht, aber da ist natürlich auch jeder anders und dieser hier war logischerweise auch auf englisch, was mich aber trotzdem nicht vom Lösen der Rätsel abhalten konnte. Wir haben aber auch alle ganz gut als Team zusammen gearbeitet und Carolyn durfte dann immer die Aufgaben übernehmen, wie zum Beispiel die Tür zum nächsten Raum öffnen 😉

Wieder zu Hause angekommen machten Elizabeth, Carol und ich einen kleinen Spaziergang durch die Stadt und entdeckten durch Zufall ein Filmset für einen Weihnachtsfilm ein paar Straßen vom Appartement entfernt. Anschließend kümmerten wir uns um das Abendessen und mein persönliches Highlight war dann der Auftritt von Chris wie er versuchte Tarot Karten zu lesen, obwohl wir alle (einschließlich er selbst) keinen blassen Schimmer davon hatten. Aus irgendeinem Grund besaß Carol nämlich die Karten und außerdem ein Gläserrücken Set und besonders meine Gastmutter machte sich einen Spaß daraus, mit Absicht Wörter mit dem Glas zu schreiben. Das machte es aber umso lustiger, denn um ehrlich zu sein hätte ich ansonsten auch keine logischen Zusammenhänge zwischen den Buchstaben erkennen können.

Sonntag: Kegeln & Kürbischnitzen

Da wir am Samstag vier Kürbisse gekauft hatten, war Carolyn selbstverständlich der Meinung, dass wir diese direkt am Morgen Schnitzen mussten, mit wir meine ich übrigens Chris, Carolyn, Peyton und mich. Ihr könnt ja jetzt einmal raten, welcher der Kürbisse meiner ist, die Auflösung wird folgen.

Von links nach rechts: Peyton, Nina, Carolyn, Chris. Ich finde, wir haben alle eine ganz gute Arbeit geleistet! So gute Arbeit, dass wir sogar alle vier im Auto mit nach Hause nahmen und dann als weitere Dekoration für Halloween vor unserem Haus platzierten.

Nachmittags war unser Plan dann „bowlen“ zu gehen, wobei sich im Endeffekt aber rausstellte, dass Kegeln und Bowlen hier als das selbe bezeichnet wird und wir eigentlich kegeln gingen. Zugegebenermaßen war ich nicht allzu gut darin, aber Spaß hat es trotzdem gemacht! Hier seht ihr übrigens Chris, wie er einen Spare erzielt, also alle Kegel beim zweiten Versuch erwischt.

Abends backten Carol und ich noch zusammen Schokoladen Muffins und wir verbrachten einen sehr schönen Familienabend zusammen, dieses Mal aber ohne Gläserrücken…

Montag: Spielehalle & die Heimfahrt

Bereits am Morgen verabschiedete sich Chris von uns, wir werden ihn aber vermutlich an Weihnachten wiedersehen! Auf der Hinfahrt nach Chilliwack hatten wir ein großes Spieleparadies gesehen, was somit also auch auf unserem Rückweg nach Vancouver zur Fähre war. Deshalb beschlossen wir als letzte Aktivität dort hin zu fahren und uns noch einen schönen Vormittag zu machen. Vielleicht denkt ihr jetzt an eine Art Spiele Casino, allerdings war es mehr wie ein kleiner Freizeitpark mit unzähligen Automaten, welche man auch auf einer Kirmes wiederfinden würde. Unter anderem gab es dort auch ein Tanz Automaten wie im Netflix Film „The Kissing Both“, auf dem man den Anweisungen auf dem Bildschirm mit seinen Füßen auf dem Boden folgen musste. Mit jedem Spiel sammelte man ein paar Punkte und am Ende durfte sich dann jeder einen kleinen Preis von den Punkten aussuchen. Meine Wahl fiel auf eine Plüschtier Avocado mit Gesicht 🙂

Ein kurzer Zwischenstopp wurde noch eingelegt, um Mittag zu essen, wir verabschiedeten uns von Carol und traten den Heimweg an. Glücklicherweise hatten wir dann schönes Wetter, sodass wir auf der Fähre sogar etwas Zeit auf dem Außendeck verbringen konnten.

Wir sahen dann tatsächlich auch noch Orcas, was laut meiner Gastfamilie auch nicht allzu oft auf der Fähre vorkommt. Ich bin ehrlich, ich könnte euch nicht sagen, um welche Art von Wahlen es sich hierbei handelte, denn es war schon relativ weit weg, allerdings ist sich mein Gastvater Guy relativ sicher und auch einige andere Passagiere sagten, es seien Orcas.

Was für ein krönender Abschluss für dieses, sowieso schon, sehr erlebnisreiche Wochenende!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.