Es wäre natürlich ein Unding, ein halbes Jahr auf Vancouver Island gewesen zu sein und nicht ein einziges Mal die Hauptstadt der Provinz British Columbia und die größte Stadt der Inseln besucht zu haben. Die Rede ist von Victoria, was sich etwa drei Stunden südlich von Courtenay, ebenfalls an der Ostküste, befindet.

Hier könnt ihr zur Veranschaulichung auf der Karte sehen, wie groß die Entfernung wirklich aussieht, weil die Insel nun mal nicht allzu groß ist. (Blau: Courtenay, Rot: Victoria)
Quelle: Google Maps
Mehrere Versuche nach Victoria zu kommen
Der vom International Program organisierte Trip sollte ehemalig am 06. Dezember stattfinden, da es an diesem Tag allerdings etwas stärker geschneit hatte und es hier schon bei ein paar Zentimetern „schneefrei“ gibt, wurde der Ausflug um eine Woche verschoben. Mit meiner Gastfamilie war es ursprünglich auch geplant nach Victoria zu fahren, doch auch mit ihnen hatte ich ein wenig Pech, denn den Trip mussten wir wegen Benzin Knappheit und Überflutungen in ganz BC absagen.
Nun hieß es aber für etwa 120 Schüler*innen von allen drei High-Schools im Comox Valley pünktlich um 07:15 Uhr am Parkplatz der Mall von Courtenay zu sein. Wie man es sowohl von Linienbussen als auch Reisebussen kennt, hatten die Busse natürlich Verspätung, aber gegen 07:40 Uhr ging es dann so richtig los. Meine Freundin Alejandra aus Mexiko und ich hatten eigentlich geplant etwas auf der Fahrt zu schlafen, doch wir bemerken schnell, dass daraus erst einmal nichts wurde.
Vor uns saßen nämlich einige Spanier und Mexikaner, die eine Bluetooth Musikbox dabei hatten und erstmal richtig laut Musik machten. Dass nicht einmal der Busfahrer etwas sagte und die Box direkt nach hinten, also in unsere Richtung ausgerichtet war, kam uns leider nicht zum Vorteil. Etwas später hatten wir doch noch Hoffnung, denn die Jungs Gruppe zog in die hinteren Reihen um. Also hielt ich ein kleines Nickerchen und als ich aufwachte, fuhr der Bus bereits durch China Town von Victoria. Wenn Busreisen doch immer so schnell vergehen würde…
Endlich vor Ort
Angekommen in der Hauptstadt hatten wir gute zweieinhalb Stunden Zeit, um uns Downtown anzuschauen, am Wasser entlang zu spazieren oder anderen Aktivitäten nachzugehen. Vor unserer Ankunft hatten uns auch ein Ansprechpartner des International Programs empfehlenswerte Sehenswürdigkeiten und seine persönlichen Highlights von Victoria mitgeteilt.
Sehenswürdigkeiten
Ich machte mich mit ein paar Mädels auf den Weg, um erstmal die Stadt zu besichtigen und unser erster Stopp war das Parlamentsgebäude British Columbias (= Legislative Assembly of British Columbia). Vorbei am bekannten Hotel „the Empress“ und dem Ufer mit einigen Booten am Steg, darunter auch Wassertaxis, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Am Ende warfen wir noch einen Blick in die Mall, allerdings nicht mit der Absicht shoppen zu gehen, sondern einfach um diese auch mal gesehen zu haben.
Nach China Town zu laufen, hätte es uns sowieso etwas zu viel Zeit gekostet, deshalb beschlossen wir, uns einfach in ein Eiscafé zu setzen. Kurz darauf mussten wir auch schon wieder den Rückweg antreten, doch für einen kurzen Zwischenstopp in einem Schmuckgeschäft war noch etwas Zeit übrig.


Deko der Mall 
IMAX & Museum

Zurück am Parkplatz erwartete uns auch schon die nächste Attraktion, denn uns allen wurde ein Ticket im großen IMAX, sowie dem Royal BC Museum ausgehändigt, was im Ausflugspreis inkludiert war. Erst war ich etwas skeptisch, denn ich wusste nicht so recht, ob ich meinen bisher einzigen Tag in Victoria wirklich zur Hälfte mit einem Kino- und Museumsbesuch verbringen sollte. Im Nachhinein war ich aber sehr vom 45-minütigen 3D Film über die Antarktis in einem der riesigen Kinosäle des IMAX begeistert.
Daraufhin hatte jeder nochmal die Chance, selbst zu entscheiden, wie die restlichen eineinhalb Stunden verbracht werden und wir entschieden uns für das Museum. Etwas schade fand ich es trotzdem, dass so viele Teenager direkt wieder zur Mall gingen und sich das Museum nicht einmal im Schnelldurchlauf anschauten.
Nun zum Royal BC selbst: es gab drei Themenbereiche – Orcas, Natural History und First Nation. Hier unten seht ihr einige Bilder, damit ihr es euch besser vorstellen könnt. Alles war wirklich sehr authentisch und interaktiv gestaltet, somit war es auch überhaupt nicht langweilig.
In der Orca Ausstellung konnte man beispielweise ein Quiz über einen großen Bildschirm machen und in der First Nation Galerie hatte man die Möglichkeit, kurze Sätze in der Sprache der Ureinwohner abspielen zu lassen und zu lernen. Außerdem sah alles sehr realistisch aus, wie etwa eine nachgebaute Kleinstadt von damals oder ein altes Schiff. Auch der inszenierte Strand und Wald sahen extrem echt aus, obwohl sich alles im Gebäude befand.
Fazit
Mir hat der Ausflug sehr gefallen und trotz der langen Hin- und Rückfahrt lohnt es sich definitiv Victoria zu besuchen. Die Innenstadt ist wunderschön, auch die Mall ist sehr modern und das IMAX sowie Museum sind einfach nur beeindruckend. Die einzige Kritik, die ich habe ist nur einen Tag in der Stadt verbracht zu haben, denn es gibt deutlich mehr zu erkunden, aber vielleicht kommt das ja noch… Bleibt gespannt!










